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Title:Nationale Aussöhnung in Ruanda - Chancen und Bedrohung
Author:Wegemund, ReginaISNI
Year:2002
Periodical:Internationales Afrikaforum
Volume:38
Issue:4
Pages:363-373
Language:German
Geographic term:Rwanda
Subjects:genocide
gacaca
Abstract:Nach einer Zählung der Regierung sind 1994 in Ruanda 1,07 Millionen Menschen ums Leben gekommen - ermordet von Nachbarn und Bekannten, die hierzu von radikalen Kräften des damaligen Regimes aufgehetzt worden sind. Die teilweise engen persönlichen Beziehungen zwischen Opfern und Tätern, die große Zahl der Betroffenen sowohl als Opfer als auch als Täter, die damit im Vergleich geringe Zahl der Gesamtbevölkerung machen die Frage nach einer nationalen Aussöhnung sehr komplex. Dieser Artikel diskutiert die Frage, wie die 1994 an die Macht gekommene ruandische Regierung in dem Bemühen um nationale Aussöhnung überhaupt erfolgreich sein kann. Bei der Beurteilung der Chancen für eine nationale Aussöhnung spielt die juristische Aufarbeitung durch die Gacaca-Gerichte sicherlich eine wichtige Rolle. Hier wie auch in anderen Bereichen, die nicht oder kaum dem innenpolitischen Machtkampf unterworfen sind, scheint die Regierung zur Formulierung von Erfolg versprechenden Modernisierungs- und Reformmaßnahmen in der Lage zu sein. Die entscheidende Gefahr droht jedoch durch den innenpolitischen Machtkampf, da sich hierdurch die Machtbasis und damit die politische Gestaltungsmöglichkeiten des Regimes verkleinern. Mit den jüngsten Entwicklungen in der DR Kongo könnten sich gewaltsame Auseinandersetzungen (gespeist durch den bisher nicht erfolgten Dialog mit den Völkermördern und die sukzessive Ausgrenzung verschiedener Gruppen), die in den letzten Jahren in das Nachbarland verlagert waren, wieder stärker nach Ruanda verlagern - und damit positive Ansätze vernichten. Fußnoten.